
Der kleine Unterschied
Ein historischer Roman ist ein fiktionales Prosawerk, dessen Handlung in einer historischen Zeit spielt und dessen Inhalt in belletristischer Form um geschichtliche Vorgänge und Personen kreist, ohne dass ein zwangsläufiger Anspruch auf wissenschaftliche Richtigkeit besteht.
(www.wikipedia.de, Stichwort: "Historischer Roman", 05.10.2025 / 19:25h)
Am 11. November 1977, dem Martinstag, schenkten mir meine Eltern ein Buch über Steinzeitmenschen. Sofort machte ich mich in unserem Garten auf die Suche nach archäologischen Funden. Überraschenderweise blieb sie erfolglos. Bis heute weiß ich nicht, ob die angeblich zerbrochenen Dachziegel nicht doch prähistorische Faustkeile waren.
Wir werden nie erfahren, wie es im Mittelalter auf den Nürnberger Gassen aussah, wie es roch und was zu hören war. Wir kennen nur die Spuren, die uns im Laufe der Jahrhunderte hinterlassen wurden. Und daraus können wir uns ein Bild malen von der Zeit, als meine Zeidlerstochter Klara Schutz vor den Auswirkungen des ersten Markgrafenkrieges gesucht und mit einer Regentonne gesprochen hat. Sagen und Legenden, Sigena und Sigismund, Eppelein und Tiefer Brunnen. Geschichte und Geschichten. Meine Begeisterung ist jung wie am ersten Tag.
Viele Jahre später arbeitete ich (neben dem Studium der Geschichte) als Fremdenführer auf der Nürnberger Kaiserburg. Ich erkannte, dass den Besuchern der historische Rahmen zwar wichtig ist, aber noch mehr die Mythen, Geschichten und Legenden. Ebenso erging es mir.
Deshalb handelt es sich bei meiner Zeidlerstochter ausdrücklich um eine tragische Geschichte vor der Kulisse des Nürnberger Spätmittelalters, und nicht um ein Geschichtsbuch mit einem Hauch von Handlung.
(Entnommen dem Nachwort meines Romanes "Die Zeidlerstochter)